Sign gilt als besonders sicherer Messengerdienst und bietet eine wirksame Ende-zu-Ende-Verschüsselung. Er wird deshalb besonders gerne von Personen eingesetzt, die potenziell gefährdet sind, darunter Journalisten, Politiker, Menschenrechtsaktivisten und andere.
Erst Ende Januar hatte Innenminister Alexander Dobrindt beklagt, Deutschland erlebe ständig Cyberangriffe – auf Institutionen, Infrastruktur und Unternehmen. Oft gingen die Attacken von Gruppen aus, die Verbindungen zu staatlichen Geheimdiensten hätten und von diesen finanziert würden, so der CSU-Politiker mit Blick auf hybride Angriffe aus Russland und anderen Teilen der Welt. Um die Abwehr besser zu koordinieren, aircraft das Innenministerium ein Abwehrzentrum gegen hybride Gefahren, das derzeit vom Bundesamt für Verfassungsschutz vorbereitet werde und im Laufe dieses Jahres seine Arbeit aufnehmen solle.
“Kompromittierung ganzer Netzwerke” möglich
Die Behörden stufen die laufende Angriffskampagne by way of Sign im Hinblick auf hochrangige Zielpersonen als sicherheitsrelevant ein, wie es in dem Hinweis heißt. Ein erfolgreicher Zugriff auf Messenger-Konten ermöglicht demnach “nicht nur die Einsicht in vertrauliche Einzelkommunikation, sondern potenziell auch die Kompromittierung ganzer Netzwerke über Gruppen-Chats”. Überdies ließen sich wise Kontaktstrukturen rekonstruieren. (dpa/jm)



